Ein Jahr zwischen Koblenz und Köln
 



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26.08.10

Heute hatte ich zum letzten Mal Unterricht. Ein merkwürdiges Gefühl, wenn man bedenkt, dass ich nun ein Jahr lang beinahe jeden Tag 100 km zurückgelegt habe und wahrscheinlich so wenig geschlafen habe, wie noch nie in meinem Leben zuvor. Das alles soll nun vorbei sein? Nein, viel eher ist es ein Anfang! Zwar ist jetzt das tägliche Sitzen im Unterricht vorbei, aber die wirkliche Lernphase geht doch jetzt erst so richtig los. Im Alltag meines Jobs werde ich wohl mit Dingen konfrontiert, mit denen ich noch nie gerechnet habe.
Es ist wirklich eine ganze Menge passiert, in diesem einen Jahr, ich kann das nur immer wieder betonen und klarmachen.
Es kommt mir ein wenig vor wie ein ziemlich plötzlicher Umbruch. Natürlich wusste ich, dass es bald vorbei ist, aber irgendwie kam das dann doch plötzlich und man steht da und ist überrumpelt.
Ich hab ehrlichen Schiss vor der Endprüfung, zumindest vor der Praktischen, die ist schließlich schon in 2 Tagen und ich habe 0 Ahnung von dem Pult, an dem ich Arbeiten soll. Das alles darf nicht umsonst gewesen sein!
In den letzten Wochen hat mir einfach der Antrieb gefehlt. Selbst heute muss ich mich jeden Tag aus dem Bett quälen um wirklich zum Unterricht zu gehen. Ich fühle mich extrem ausgelaugt und fertig. Ich merke gerade, meine Blogeinträge haben damals auch sehr traurig und ängstlich angefangen, irgendwie ist es wie genau vor einem Jahr. Ich bin unsicher und weiß nicht so ganz was ich tue.
Ich hoffe einfach dieses Gefühl ist normal und man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Es fällt mir noch immer sehr schwer, gewisse Dinge, die geschehen sind zu akzeptieren und damit klarzukommen.
Echt lustig wie man sich einen Tag als Gewinner und am nächsten als Loser fühlen kann. Gut letzteres hält schon eine Weile an, hoffentlich finden das die Zombie-Vampire nicht raus, für die wäre das ein gefundenes Fressen. Verdammt, gerade heute habe ich die Lederjacke nicht dabei, ich glaube wohl kaum, dass mich ein Regenparka schützen wird, obwohl er schwarz ist.
Ach ja, der rechte Hörer meiner Ohrstöpsel hat wohl den Geist aufgegeben, blödes Ding, klingt alles nur noch ganz dünn durch. Wenn man den auf hat, glaubt man auf dem linken Ohr besser zu hören, heute Morgen hab ich mir da echt Gedanken drum gemacht XDDD. Aber da war's auch noch nich so krass wie jetzt.
Der Zug ist mal wieder ungewöhnlich voll. Vor mir 2 Personen, ein älterer Herr, mit prolliger Uhr, wahrscheinlich Seiko oder so etwas in der Art. Daneben eine junge Frau, wahrscheinlich so um die 20, Pinke, glitzernde Fingernägel, Nasenpiercing und ungewöhnlich dicken Lippen o.O. Ihre Stimme is auch nich der Burner, hab sie eben Telefonieren gehört, klingt nich grad anturnend für mich… besser mal nicht ansprechen.
Als ob ich von selbst ein Mädchen im Zug ansprechen würde aus heiterem Himmel. XDD Na gut, ab und an habe ich Menschen angesprochen im letzten Jahr, aber da gab es immer irgendwelche Zufälle, wo ich mich schnell einbringen konnte und meine Chance genutzt hab. Aber so aus dem Nichts heraus, dafür bin ich wohl zu unkreativ. Ich muss mir mal ein paar Psychotricks angucken, die eigentlich immer funktionieren um ein Gespräch zu beginnen. xD
Mir fehlt einfach immer der Ansatz. Wenn ich den hab, dann läuft's wie geschmiert.
Letzten Dienstag erst, da kam ich zum Filmset und hab sofort mit der Schauspielerin gequatscht, war ganz hübsch und echt nett, aber doch zu Alt für mich. Aber da hat es einfach so geklappt.
Gut, ich hatte auch meine Lederjacke dabei und musste mich zuvor gegen eine Armee Zombie-Vampire wehren, die meine Unterlagen haben wollten und mich damit dazu bringen wollten, einer von ihnen zu werden. Geisteskranke Idioten wie mich, können die wohl noch gut brauchen o.O.
Wirklich lustig zu beobachten dass beinahe alle Menschen, die man im Zug von Köln aus sieht, spätestens in Bonn aussteigen und man ziemlich allein in Richtung Koblenz unterwegs ist. Aber na ja, Bonn ist halt immer noch größer als Koblenz und es gibt eben nicht so viele Spinner wie mich, die täglich den Weg von ca. 200 km auf sich nehmen um zur Schule zu kommen.
Mein Gefühl für Entfernungen hat sich im letzten Jahr auch krass verändert (genauso wie mein Verhältnis zu Klammern, aber das ist ja eine andere Ge… hey.. schon wieder eine -.-).
Wenn es heute heißt "Bist du morgen in Düsseldorf?", ist es für mich kein Problem "ja" zu sagen, wenn das Geld es zulässt. Für mich sind 200-300km nicht mehr viel. Auch hat sich mein Tages- und Nachtrythmus total verändert. So kommt es eben, wenn man sein Leben so stärk von Heute auf Morgen verändert. Gestern noch der Realschüler, der Morgens eine viertel Stunde zur Schule fährt und heute der "Student" der täglich anderthalb Stunden zur Schule fährt.

Ich habe grade gemerkt, dass das Mädchen, abgesehen von ihrem Gesicht eigentlich gar nich so schlecht war… hm… Tüte über den Kopf und?… *hust* Das geht zu weit, entschuldigt bitte.
Aber es ist wirklich schlimm, meine Oberflächlichkeit hat sich enorm gesteigert. (Im übrigen hat sich grade eine hübsche Frau, Mitte 20, große Hupen, vor mich gesetzt.. ach ja, Klammer again o.O.. müssen die so obszön werden? xD)
Schlimm mit einem gefühlten Dauerständer durch die Gegend zu laufen und einfach niemand finden zu können, an dem man's auslassen kann.
Grade höre ich "Superheld" von Peilomat, schöner Song und irgendwie passt's… so'n Superheld für eine Person zu sein, das wär's doch!
Allein zu sein geht auf die Nerven, eindeutig. Ich kann's wirklich nur schwer verstehen wie manche Menschen so viel Freiraum für sich brauchen, dass für sie so etwas wie eine Beziehung nicht in Frage kommt. Ich bin jemand, der eigentlich ständig irgendwen um sich braucht. Sei es nun gute Freunde oder eben die eine Person. Aber alleine Sein ist für mich der Horror.
Ein Grund für mich das Zugfahren zu hassen, da fühl ich mich meist sehr stark mir selbst überlassen und irgendwie bedrückt mich der Gedanke. Ich habe dann immer das Gefühl, dass sich irgendwie niemand dafür interessiert was mir grade so passiert, weil sie ja alle ihre Person um sich haben, die sie wollen.
Ich habe im letzten Jahr wirklich viele Menschen getroffen und nichts an ihnen war so unterschiedlich, wie ihr Umgang mit ihren Mitmenschen. Die einen tun alles für sie und wollen sie auf keinen Fall verlieren. Andere wiederum, sind froh wenn jemand da ist, aber können auch ganz gut alleine sein. Wieder andere sind egozentrisch und glauben, alles was getan wird, tut man für sie und Freunde sind eben Freunde, weil man sie so nennt und verlassen werden sie einen sowieso nie. Und dann gibt es noch den Härtefall, die Person die glaubt niemanden zu brauchen und alleine doch am besten aufgehoben zu sein. Wenn es dann mal jemanden gibt, mit dem sie sich beschäftigen, wird dieser ausgenutzt und ihm das Blaue vom Himmel versprochen, bis einem die Lust an dieser Person vergeht und sie ganz einfach fallen gelassen wird, wie ein Spielzeug, was einem zu langweilig geworden ist.
Ich glaube, am unglücklichsten ist die Person, die alles für seine Mitmenschen tut und mit der ständigen Angst lebt, sie verlieren zu können. Diejenigen die so in der Mitte liegen sind wohl die glücklichsten. Die Egozentriker sind zu dumm um zu verstehen was sie falsch machen und die "Nutznießer" reden sich alles so lange schön, bis sie ihr Gewissen einfach nicht mehr quält und ihnen doch eh alles egal ist.
Doch selbst in diesen Schubladen, muss man teilweise noch unterscheiden. Es gibt immer Dinge die variieren in ihren Verhaltensmustern.
Das ist das schlimme an der Sache, die Unberechenbarkeit der Menschen. Man glaubt sie in eine Richtung schicken zu können und plötzlich schlagen sie Haken und überraschen einen. Die einen mehr, die anderen weniger, das kommt auch immer darauf an, mit wem man es zu tun hat.
Aber eins kann ich sagen: Für die Egozentriker und die Nutznießer habe ich eigentlich nur Hass übrig. Sie sind für mich so was wie der Abschaum der Sozialität, sie nutzen die Menschen für sich und geben nichts als Schmerz und Wut zurück. Das besonders schlimm, wenn man geglaubt hat, man könnte jemandem vertrauen und sich am Ende das genaue Gegenteil einstellt. Man kann nur schlecht aussondern, wer nun wer ist. Das findet man meistens erst dann heraus, wenn es schon zu spät ist. Das bringt mich dazu jedem Menschen in meiner Umgebung extrem Misstrauisch entgegenzugehen, so lange bis ich glaube jemandem einigermaßen vertrauen zu können. Auch wenn es ewig dauert, bis ich jemandem voll vertraue. Es gibt einige Menschen, die es schneller schaffen, andere brauchen länger und wiederum anderen vertraue ich niemals so ganz. Auch wenn ich mit der Person an sich klarkomme, ich misstraue ihr immer noch in gewisser Weise.
Das klingt vielleicht gemein und hart, aber es fällt mir einfach nicht mehr so leicht einfach zu vertrauen.

Ich bin in Bad-Breisig, hallo Pöö :3.
Hab sie lange nicht gesehen, müsste sie mal wieder besuchen. Für mich vergeht die Zugfahrt jeden Tag schneller, die Stunden die ich schon im Zug verbracht habe, stören mich kein Stück mehr. Anfangs war ich extrem gestresst vom vielen Zug Fahren, aber das hat sich gelegt, es gehört eben dazu. Das einzige Problem habe ich, wenn ich bis spät abends unterwegs bin, dann artet das alles etwas in Anstrengung aus, weil's dann meistens heißt, dass ich mit dem Fahrrad vom Bahnhof aus nach Hause muss. Ehrlich gesagt, kann ich mir nachts um halb 2 wirklich cooleres als Fahrrad Fahren vorstellen, vor allem wenn man schon seit knappen 14 Stunden unterwegs ist.
Na ja, das ist ja nun endgültig vorbei. Von Nun an, wird das Zugfahren für mich wieder teuer, das heißt, ich werde es wohl auch wieder seltener machen. Abgesehen davon habe ich einen Führerschein und ich kann Auto fahren. Ich müsste nur ab und an das Auto überlassen bekommen. XD Ich muss wirklich anfangen Geld zu verdienen, damit ich mir eine eigene Wohnung und eventuell ein Auto leisten kann. Na ja, während dem Zivildienst habe ich genügend Zeit meine Selbstständigkeit als Tontechniker vorzubereiten.

Wieso steigt hier in Andernach, eine Station vor Koblenz, der Endstation des Zuges, abends um halb 8 eine Gruppe Rentner ein? o.O… Na ja.. ich muss es nicht verstehen… Alte Menschen habe ich sowieso noch nie verstehen können. Und mit denen verbringe ich nun ein halbes Jahr? o.o… Ich hoffe mal ich werde nicht wegen Mord angeklagt, weil ich aus lauter Wut einem dieser alten Säcke ein Kissen auf's Gesicht gedrückt habe. Ich weiß nicht warum, aber mit Kindern komme ich klar, mit alten Menschen dagegen nicht. Ich wäre dafür, dass man 100€ von der Rentenkasse bekommt, wenn man einen Alten auf der Straße überfährt. Leider ist die Sterbehilfe in Deutschland nicht als positiv angesehen, sondern wird auch noch mit einer Klage zum Mord, oder wenigstens Totschlages geahndet. -.- So ein Mist aber auch!!!

Nun ja, ich habe genug Mist aus meinem Hirn in Form von Wörtern in diesen Laptop gegeben (stellt euch mal vor, wie das wäre wenn ich wirklich MIST da reingeben würde… wäre ja eklig… vielen Dank Klammer!!), ich werde mich nun daran machen noch etwas Musik zu hören und dann gleich ganz gemütlich auszusteigen und mich meines Feierabends zu erfreuen.
Auf Wiederschreiben!! ;D
26.8.10 22:15
 


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